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Eine Zusammenfassung des Für und Wider der Getreideverbrennung von Dr. Clemens Dirscherl, Geschäftsführer des Evangelischen Bauernwerks in Württemberg und Agrarbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) -> PDF-Datei

Der Umweltbeauftragte der Diözese Würzburg
nimmt Stellung zur Getreideheizung:
Getreideverbrennung ethisch vertretbar - Aber Menschen müssen Getreide als Lebensmittel wieder höher schätzen
-> PDF-Datei

Die Evangelische Kirche von Westfalen nimmt umfangreich Stellung zum Thema: Mit Getreide heizen?

Vortrag von Landesbischof Dr. Friedrich Weber beim Arbeitskreis Agrartechnik im Forum der Bundesforschungsanstalt für
Landwirtschaft (FAL) am 1. Dezember 2004

Die katholische Kirche in Oberösterreich Diözese Linz fragt:
Wird auf den Feldern bald Getreide zum Heizen statt zum Essen wachsen?

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern und die Landvolkshochschule Hesselberg haben am 9. Oktober 2003 zu einem Symposium eingeladen, auf dem die unterschiedlichen Aspekte der Frage "Heizen mit Weizen?" dargestellt und gründlich diskutiert werden konnten. Die Beiträge zu diesem Symposium finden Sie hier zum Download (pdf, 897 KB).

Stellungnahme des Agrarsozialen Arbeitskreises der Evangelischen Landjugend in Bayern vom April 2002
Forumbeitrag

Kommentar von
Herrn Professor Dr. Dirk Kaesler
Arbeitsbereich Allgemeine Soziologie
Institut für Soziologie
Philipps-Universität Marburg
veröffentlicht am 29.12.2000 in der "Oberhessischen Presse"


MEINUNG ZUM TAGE "Unser tägliches Brot" oder Biomasse? Allein im Neuen Testament finden sich 68 Verweise auf den Begriff "Brot". Selbst Menschen, die dem Christentum sehr fern stehen, wissen vermutlich, daß Brot für Christen von eminenter Bedeutung ist. Am bekanntesten dürfte (immer noch?) sein, daß Mitglieder dieser Religionsgemeinschaft ein Gebet sprechen, in dem Gott gebeten wird: "Unser tägliches Brot gib uns heute". Und manche wissen (immer noch?), daß Christen im Abendmahl mit Brot an ihren Gott denken, von dem berichtet wird, er habe gesagt: "Ich bin das Brot des Lebens".
Franz Pentenrieder, ein Bauer im bayerischen Landkreis Starnberg, hält derzeit auf drastische Weise unserer, vom Christentum geprägten, Gesellschaft einen Spiegel vor. Im Grunde geht es ihm darum, den Wertverfall von Getreide vor Augen zu führen. Aber zugleich geht es ihm darum, in unserer kapitalistischen Gesellschaft mit seinem Betrieb und für seine Familie zu überleben. Und deswegen kann er es sich nicht länger leisten, sein wertvolles Weizengetreide zur Produktion von Brot zu verkaufen. Stattdessen verheizt er das Ergebnis seiner monatelangen Arbeit, indem er es als alternative und umweltfreundliche Energiequelle anpreist.
Er und viele andere gehen von folgender einfacher Rechnung aus: Der Heizwert von Getreide ist dem von Holz vergleichbar und beträgt etwa 4000 kcal/kg. 2,5 kg Getreide haben den gleichen Heizwert wie 1 Liter Heizöl. Das Verheizen von Getreide rentiert sich ab einem Heizölpreis von 50 Pfennig. Derzeit kostet der Liter Heizöl im deutschen Durchschnitt 70 Pfennig. Seit 1999 liegt der Marktpreis von Weizen unter seinem Heizwert!
Bauer Pentenrieder kann sich den Luxus, Weizen allein zur Produktion von Brot und Backwaren zu verkaufen, nicht mehr länger leisten. Keine der von ihm alarmierten politischen Parteien (nur die PDS und die rechten Parteien hat er nicht angesprochen) hat auf seine Hilferufe reagiert, wie man auf seiner informativen Homepage nachlesen kann (www.getreideheizung.de).
Schöne Aussichten für das Neue Jahr! Die "thermische Nutzung" von "Biomasse", vielmehr das Verheizen von Getreide, ist derzeit lukrativer als dessen Nutzung für die Produktion von Nahrungsmitteln. Eben jener Nahrungsmittel, an deren Mangel in der sogenannten "Dritten Welt" Menschen in großer Zahl leiden. Bauer Pentenrieder trägt keine Schuld an dieser Misere.
Professor Dirk Kaesler lehrt Allgemeine Soziologie an der Marburger Philipps-Universität.

http://staff-www.uni-marburg.de/~kaesler/