Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf sprach von einem "Quantensprung für den Klimaschutz" und sein Kollege aus dem Agrarresort schwärmte "am Amfang des 3. Jahrtausends werde ein neues Kapitel der Nutzung nachwachsender Rohstoffe aufgeschlagen". Auch der Bundeswirtschaftsminister Glos wollte bei diesem epochalen Ereignis dabei sein: In Pliening (östl. von München) wurde eine Biogasanlage eingeweiht, welche "Bioerdgas" produziert. Nicht nur auf den Pressebildern hat man dabei allerdings die wichtigsten Personen vergessen - die Bauern welche die jährlichen 333.000 Tonnen "Einsatzstoffe" produzieren. Auch in der Wirtschaftlichkeits- und Liquiditätsprognose des "Bioerdgas"-Unternehmens werden die Bauern schlechter als alle anderen gestellt, denn der Betriebskostenansatz für die "Einsatzstoffe" bleibt in den nächsten 20 Jahren(!) im Gegensatz zu allen anderen Kosten auf gleicher Höhe! Dies wird wie folgt begründet:
Im Aufwandsbereich wurde für einen Großteil der Aufwandspositionen eine jährliche Preissteigerung von 2,25 % eingerechnet. Ausgenommen hiervon sind die Kosten für Einsatzstoffe. In Fachkreisen wie dem Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT wird langfristig ein konstanter Preis für Energiepflanzen wie Energiemais erwartet, da sich voraussichtlich mögliche Preissteigerungen bei der Ernte mit Ertragssteigerungen durch züchterische Erfolge und optimierte Fruchtfolgen gegeneinander ausgleichen werden.
Von einem Bekannten, der letzten Herbst dieser Anlage Tritikale-GPS verkauft hat, wurde mir ein Preis von 600.-€/ha genannt. Da man die Druschkosten spart, entspricht das etwa 9.-€/dt Korn. Auf 20 Jahre festgeschrieben! Ein wahrhaft epochaler Schritt!
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